Midi-Jobs werden attraktiver

Aus der Gleitzone wird 2019 der Übergangsbereich

 

Mini-Jobs sind bei Arbeitnehmern wie Arbeitgebern äußerst beliebt. Der Arbeitnehmer kann sein Verdienst Brutto für Netto vereinnahmen, vorausgesetzt, er beantragt die Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht für seinen Mini-Job. Ob das sinnvoll ist, muss im Einzelfall geprüft werden. Es kann durchaus vorteilhaft sein, den Beitragsanteil von derzeit 3,6 % des Entgelts (bei einem 450-Euro-Mini-Job also gerade einmal 16,20 Euro monatlich) zu zahlen. Nicht nur der Arbeitnehmeranteil, sondern auch die 15 % pauschalen Arbeitgeberbeiträge wirken sich rentenerhöhend aus. Zudem werden Beitragszeiten generiert und auch ein riestergeförderter Altersvorsorgevertrag kann abgeschlossen werden.

Die monatliche Arbeitszeit ist bei einem Mini-Job jedoch sehr begrenzt. Die Geringfügigkeitsgrenze wird bereits bei 49 Arbeitsstunden, die mit dem ab dem 1. Januar 2019 geltenden gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 9,19 Euro vergütet werden müssen, überschritten und der Mini-Job wird zum Midi-Job.

Wer mehr als 450 Euro verdient, ist zwar in allen vier Zweigen der Sozialversicherung (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) beitragspflichtig. Die Beiträge werden dabei jeweils zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen, ab 2019 auch der Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung. Circa 20 Prozent ihres Bruttolohns haben Arbeitnehmer also für die Versicherungen aufzubringen. Doch im sogenannten Midi-Job-Bereich müssen Arbeitnehmer noch nicht die vollen Beitragsanteile zahlen. Diese steigen im Einkommensbereich von 450,01 Euro bis 850 Euro allmählich bis auf den vollen Anteil von ca. 20 Prozent an. Damit erfolgt der Übergang von sozialversicherungsfreien (mit Ausnahme der Rentenversicherung) Mini-Job zum versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis gleitend. Daher wurde für den Übergangsbereich bisher auch der Begriff Gleitzone verwendet. Dieser Übergangsbereich wird 2019 ausgeweitet. Arbeitnehmer, die aktuell bis 1.300 Euro brutto monatlich verdienen, können sich freuen. Ab dem 1. Juli 2019 wird die Gleitzone bis auf 1.300 Euro Monatslohn ausgedehnt. In der Folge wird für Arbeitnehmer mit Löhnen zwischen 450,01 Euro und 1.300 Euro die finanzielle Belastung durch die Sozialversicherungsbeiträge gemindert. So sinkt mit der neuen Regelung zum Beispiel die Beitragsbelastung für einen Arbeitnehmer mit einem Monatslohn von 850 Euro von bisher ca. 20,4 Prozent auf dann nur noch ca. 18,5 Prozent. Dies entspricht einem Plus an Nettolohn von monatlich ca. 16 Euro.

(Stand: 21.11.2018)

 

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