Heißer Streit um Eisskulpturen

7 % oder 19 % - das ist hier die Frage

 

In den Wintermonaten ziehen jedes Jahr Ausstellungen mit bizarren Eisskulpturen tausende von Besuchern an. Im Sommer gibt es Kunstwerke aus Sand zu bewundern. Kunstwerke, die vergänglich sind und im Unterschied zu den Bildern von Rembrandt, Michelangelo oder da Vinci nicht für die Ewigkeit erhalten bleiben. Dass es sich bei den Schöpfern dieser Skulpturen um Künstler handelt, ist augenscheinlich und wird in der Regel auch von den Finanzbeamten nicht anders gesehen. Selbständig tätige Eis- und Sandkünstler erzielen daher mit den Honoraren für ihre Kunstwerke Einkünfte aus einer freiberuflichen künstlerischen Tätigkeit. Diese freiberuflichen Einkünfte sind somit nicht gewerbesteuerpflichtig. Mangels einer Befreiungsvorschrift sind die künstlerischen Leistungen jedoch umsatzsteuerpflichtig. Der Künstler muss also Rechnungen mit 19 % Umsatzsteuer ausstellen, sofern er nicht als umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer davon befreit ist. Dies ist der Fall, wenn seine steuerpflichtigen Umsätze im Vorjahr weniger als 17.500 Euro betragen haben und im laufenden Jahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen werden.

Soweit, so gut. Doch was ist mit dem Unternehmer, der Eis- und Sandskulpturenausstellungen veranstaltet? Muss er seine Eintrittspreise mit 19 % Umsatzsteuer kalkulieren oder darf er den ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 % anwenden? Denn der 7-prozentige Umsatzsteuersatz gilt für Eintrittskarten für Museen. Doch genau da scheiden sich die Geister. Finanzamt und auch das Finanzgericht Mecklenburg-Vorpommern vertreten die Ansicht, dass die Steuerbegünstigung die Ausstellung einer Kunstsammlung voraussetzt. Die Eisskulpturen seien zwar auch Kunstgegenstände, doch der Veranstalter stelle diese nur vorrübergehend aus – vermutlich längstens bis sie schmelzen – und eben nicht als eigenständige Sammlung. Die obersten Finanzrichter sehen das jedoch anders. Sie entschieden, dass auch für die Eis- oder Sandskulpturenausstellungen die Eintrittskarten nur mit 7 % umsatzbesteuert werden müssen. Ihr Begründung: Es kommt für die Steuersatzermäßigung nicht darauf an, ob eine Ausstellung vollständig aus Sammlungsbeständen anderer Einrichtungen oder privater Leihgeber zusammengestellt wird. Auch eine Kunstsammlung, die eigens für die Ausstellung arrangiert wird, kann mit 7 % besteuert werden.

Gute Nachrichten also für Veranstalter von solch vorübergehenden Ausstellungen, aber auch für Betreiber von Wanderausstellungen, die an unterschiedlichen Ort ausgerichtet werden. Für sie vergrößert sich der wirtschaftliche Spielraum, wenn sie bisher die Eintrittskarten mit 19 % umsatzbesteuert haben.

Beispiel:
Die Veranstalter einer Eisskulpturenausstellung verkaufen 50.000 Eintrittskarten á 10 Euro brutto. Bei einem Umsatzsteuersatz von 19 % sind darin je Ticket 1,60 Euro Umsatzsteuer enthalten, bei 7 % dagegen nur 0,65 Euro, also 0,95 Euro weniger pro Ticket. Bezogen auf die 50.000 Tickets ergibt sich damit eine um 47.500 Euro niedrigere Umsatzsteuer.

Veranstalter können damit ihre Gewinnmarge erhöhen. Sie können aber auch die Eintrittspreise senken, um damit mehr Besucher anzulocken, die bizarren Eiskunstwerke zu bewundern, was dem Unternehmer im Endeffekt wieder ein Mehr an Umsatz bringt.

(Stand: 31.01.2019)

 

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